Der Darmstadt Athenas e.V. hat es sich zur Aufgabe gesetzt, seine Mitglieder aktiv vor Diskriminierung und sexualisierter Gewalt zu sch√ľtzen, damit sich jede:r bei uns jederzeit auf und neben dem Platz wohl f√ľhlen kann.

Zu diesem Zweck existiert dieses Schutzkonzept. Es stellt die Ziele des Vereins vor (Verhaltenskodex), verpflichtet die Mitglieder zu einem respektvollen Umgang miteinander (Selbstverpflichtungserklärung), zeigt auf, wie einzelne Mitglieder selbst erlebte und/oder beobachte Vorfälle melden können (Beschwerdemanagement), und gibt eine Empfehlung an die Hand, wie in einzelnen, beispielhaften Situationen reagiert werden kann (Maßnahmenkatalog).

Es ist ausdr√ľcklich nicht Ziel des Schutzkonzepts, Aktivit√§ten des Quidditch-Vereins einzuschr√§nken, sondern diese f√ľr alle sicher zu erm√∂glichen. Es geht nicht darum, Verbote zu erwirken, sondern mit niederschwelligen Ma√ünahmen die Teilnahme an allen Aktivit√§ten f√ľr alle Mitglieder zu erm√∂glichen.

Der wichtigste Aspekt ist jedoch, dass dieses Konzept von allen Mitgliedern gelebt werden muss, um seine Wirkung entfalten zu k√∂nnen. Das Schutzkonzept stellt eine wertvolle Unterst√ľtzung dar, aber nur wenn wir alle zusammenarbeiten, k√∂nnen wir Diskriminierung und sexualisierte Gewalt im Darmstadt Athenas e.V. vorbeugen, um unsere Mitglieder zu sch√ľtzen und eine vertrauens- und respektvolle Atmosph√§re zu schaffen.

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex beschreibt die Ziele des Vereins im Umgang miteinander. 

Wir sind uns bewusst, dass Verstöße gegen den Verhaltenskodex vereinsschädigendes Verhalten darstellen. Dies kann Sanktionen nach sich ziehen (s. Maßnahmenkatalog).

Nähe und Distanz

K√∂rperliche Ber√ľhrungen und enger Kontakt sind ein wichtiger Bestandteil im Vollkontaktsport Quidditch, der weder im Training noch im Spiel vermieden werden kann. Allerdings muss jeder Kontakt dem jeweiligen Kontext angemessen sein.

Wir respektieren dementsprechend den Willen und die Grenzen unseres Gegen√ľbers.

Sprache und Wortwahl

Durch Sprache und Wortwahl k√∂nnen Menschen verletzt und gedem√ľtigt werden. 

Wir achten daher auf eine angemessene Sprache und Wortwahl, die Respekt und Wertsch√§tzung f√ľr den Menschen uns gegen√ľber ausdr√ľckt.

Wir sind uns bewusst, dass das generische Maskulinum die Geschlechtervielfalt in der Gesellschaft nicht ausreichend ausdr√ľcken kann. Wir versuchen daher im Darmstadt Athenas e.V. ein Bewusstsein f√ľr inklusive Sprache und Schrift zu schaffen.

Respekt

Wir respektieren und achten alle Personen in unserem Umfeld, insbesondere Trainer:innen, Mitspieler:innen, Gegenspieler:innen, Schiedsrichter:innen und Zuschauer:innen.

Medien

Sowohl im Rahmen der Aus√ľbung von Quidditch als auch im Vereinsleben werden Fotos, Filme und weitere Medieninhalte erstellt. Der vereinsinterne Umgang mit diesen ist in der Datenschutzverordnung geregelt.

Dar√ľber hinaus verpflichten wir uns, bei der Erstellung dieser darauf zu achten, dass die Darstellung der gezeigten Personen weder diskriminierend noch sexualisiert oder in anderer Weise f√ľr die gezeigte Person, weder in Gegenwart noch in Zukunft, verletzend ist.

Machtverhältnisse

Durch offizielle und/oder inoffizielle Positionen im Verein, aber auch durch unterschiedliche Persönlichkeiten können verschiedene Machtverhältnisse entstehen.

Wir sind uns dessen bewusst und missbrauchen unsere Macht nicht.

Selbstverpflichtungserklärung

Ich verpflichte mich mit meinem Beitritt zum Darmstadt Athenas e.V.:  

  1. K√∂rperkontakt in Spiel und Training meinem Gegen√ľber anzupassen.
  2. Mein Gegen√ľber zu jeder Zeit in vollem Umfang zu respektieren. Dazu geh√∂ren sowohl mein Verhalten als auch meine Ausdrucksweise in Schrift und Sprache.
  3. Diskriminierung in Bezug auf ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexuelle Identität zu unterlassen.
  4. Keine sexualisierte Gewalt auszu√ľben.
  5. Mein Gegen√ľber immer fair zu behandeln.
  6. Beim Erstellen von Medien darauf zu achten, dass diese nicht verletzend sind.
  7. Mobbing meiner Mitmenschen nicht zu tolerieren und dieses Рsoweit es mir möglich ist Рzu unterbinden.
  8. Hinzuschauen, wenn ich Verhalten sehe, das gegen den Verhaltenskodex verstößt.
  9. Die mir √ľbertragene Verantwortung gewissenhaft anzunehmen und meine Macht gegen√ľber anderen nicht zu missbrauchen.
  10. Die Regeln des Darmstadt Athenas e.V. auf und neben dem Platz einzuhalten.

Mir ist bewusst, dass eine Missachtung dieser Erklärung Konsequenzen nach sich ziehen kann, wie sie im Maßnahmenkatalog beschrieben sind.

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Datum, Ort                                                                                              Unterschrift

Beschwerdemanagement

Bei wem kannst du dich beschweren?

Wenn du dich bei uns unwohl f√ľhlst, bitten wir dich um Feedback. Damit dir das m√∂glichst einfach f√§llt, haben wir verschiedene M√∂glichkeiten, deine Beschwerde entgegen zu nehmen:

  1. Du kannst dich bei einer unserer Vertrauenspersonen melden: Noel Moutin, Malika Heß
  2. Du kannst dich bei einer:m Trainer:in melden: Steffen Wirsching, Jannis Halbey, Madline Fischer, Philipp Wetterich
  3. Du kannst dich bei unserem Sozialwart melden: Sebastian Bleischwitz.
  4. Du kannst dich direkt an jede andere Person im Vorstand wenden oder eine E-Mail an vorstand@quidditch-darmstadt.de schicken.
  5. Du kannst unser Kontaktformular benutzen.

Die aktuelle Besetzung dieser Positionen kannst du immer auch auf unserer Webseite unter Ansprechpartner:innen finden: https://www.quidditch-darmstadt.de/kontakt/ 

Nat√ľrlich kannst du dich auch an externe Stellen wenden, bspw. den Deutschen Quidditchbund oder das Unisportzentrum Darmstadt. 

Wor√ľber kannst du dich beschweren?

Du kannst dich z.B. beschweren, wenn

  1. du nach einer Situation √ľber dein eigenes Verhalten unsicher bist. 
  2. du dich nach einer Situation mit jemand anderem unwohl oder angegriffen f√ľhlst.
  3. dir eine Situation zwischen anderen Personen auffällt, die du ansprechen möchtest.

Eine Situation kann dabei sowohl k√∂rperlicher als auch nicht k√∂rperlicher Natur sein. Darunter k√∂nnen auch beispielsweise rassistische, sexistische Aussagen fallen, wenn du eine Benachteiligung durch andere erf√§hrst oder du dich von anderen unter Druck gesetzt bzw. ausgeschlossen f√ľhlst.

Generell gilt: lieber zweimal zu oft nachgefragt als einmal zu wenig!

Und was passiert dann?

Wir behandeln dein Anliegen in jedem Fall vertraulich. Das bedeutet auch, dass wir dein Anliegen nur dann weiter erz√§hlen, wenn das f√ľr dich in Ordnung ist.

Im ersten Schritt besprechen wir mit dir, was vorgefallen ist und wie es dir damit geht. Damit keine Informationen verloren gehen, dokumentieren wir unser Gespräch, außer wenn du damit nicht einverstanden bist. Dabei geht es in erster Linie darum, Situationen zu entschärfen und dir ein offenes Ohr anzubieten. In vielen Fällen ist es allein durch ein gutes Gespräch schon viel leichter, mit einer Situation umzugehen.

Es gibt aber auch F√§lle, in denen Reden allein nicht gen√ľgt. Dann k√∂nnen wir mit dir besprechen, wie wir zusammen weiter vorgehen wollen. Wenn n√∂tig, k√∂nnen wir uns auch externen Rat einholen. In jedem Fall besprechen wir das aber vorher mit dir!

Maßnahmenkatalog

Vorwort

Dieser Ma√ünahmenkatalog stellt eine Sammlung von verschiedenen pr√§ventiven und akuten Ma√ünahmen dar, mit deren Hilfe eine vertrauensvolle Atmosph√§re im Verein geschaffen werden soll. Der Ma√ünahmenkatalog behandelt auch (potentielle) Verletzungen von Verhaltenskodex und/oder der Selbstverpflichtungserkl√§rung (SVE). Diesbez√ľgliche Konsequenzen werden in gegenseitiger Absprache und Kontrolle durch mehrere Personen (des Vorstandes) entschieden.

Im Sinne der √úbersichtlichkeit sind Prozesse z.T. stark vereinfacht aufgef√ľhrt. Konkret erl√§utert werden diese in einem ‚Äúinternen Handlungsleitfaden‚ÄĚ, der auf Nachfrage zur Verf√ľgung gestellt werden kann.      

Präventive Maßnahmen

  1. Es werden Vertrauenspersonen (>=2, geschlechtsparitätisch) benannt.
  2. Ausgewählte Personen im Verein (Vertrauenspersonen, Personen aus dem Vorstand) werden im Bezug auf Prävention, Diskriminierung und allgemeine Achtsamkeit geschult.
  3. Es findet eine regelm√§√üige, anonyme Umfrage (‚ÄúAtheno-Meter‚ÄĚ) im Verein statt, die Befindlichkeiten in allen Aspekten des sportlichen und nicht-sportlichen Vereinsleben abfragt.
  4. Es gibt die Möglichkeit, ein Kontaktformular auf der Website zu nutzen.
  5. Alle Mitglieder werden aktiv dazu ermutigt, gegen jede Form von Fehlverhalten. Stellung zu beziehen. Die Unterzeichnung der SVE ist obligatorisch.
  6. Eigenes Verhalten und Vereinsaktivitäten, speziell solche, die auf Gewohnheiten basieren, sind im Sinne des Verhaltenskodex ggf. zu hinterfragen.

Akute Maßnahmen

Sanktionierung von Fehlverhalten

Fehlverhalten entsteht oft aus Unwissenheit und/oder ohne böse Absicht, weshalb ein klärendes Gespräch einer Sanktion oft vorzuziehen ist. Dennoch gibt es Fälle, deren Charakter oder Schwere eine Sanktionierung unumgänglich machen.

Nach den ¬ß5 Abs. 2 der Satzung genannten Bestimmungen kann der Vorstand Fehlverhalten ahnden, so auch Verletzungen des Verhaltenskodex oder der SVE. 

Vor einer finalen Beschlussfindung √ľber Sanktionierungsma√ünahmen im Vorstand haben alle beteiligten Parteien das Recht, vom Vorstand angeh√∂rt zu werden.
Nach Abschluss des Verfahrens pr√ľft der Vorstand, inwiefern strukturelle Anpassungen im Verein ein erneutes Auftreten von vergleichbarem Fehlverhalten erschweren oder verhindern k√∂nnen.

Betrifft die Sanktionierung ein oder mehrere Mitglieder des Vorstandes, haben diese Personen in allen diesbez√ľglichen Entscheidungen kein Stimmrecht.

Kategorisierung möglicher Situationen

Mögliche Situationen können in folgende Kategorien unterteilt werden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  1. Sportliche Unzufriedenheiten (z.B. jmd. ist mit dem Trainingsablauf unzufrieden)
  2. Allgemeine Unzufriedenheit/Ausschluss/Gruppenbildung (z.B. jmd. f√ľhlt sich von den Socials ausgeschlossen oder bekommt den Ball nicht gepasst)
  3. Fälle von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, (sexualisierter) Gewalt, Übergriffe

Liste möglicher Sanktionen

  1. Bei schwerwiegenden Vorw√ľrfen oder solchen, die ein unverz√ľgliches Handeln erforderlich machen, k√∂nnen Mitglieder (f√ľr maximal 14 Tage oder bis zum Vorliegen einer Entscheidung) vorl√§ufig von s√§mtlichen Vereinsaktivit√§ten suspendiert werden.
  2. Zusätzlich gilt bei Trainings, Turnieren und anderen Vereinsveranstaltungen idR ein Hausrecht.
  3. Weitere mögliche Sanktionen sind der Satzung zu entnehmen.

Beispiele

  • Wiederholte vors√§tzliche Verst√∂√üe gegen das Hygienekonzept des Vereins
    • pers√∂nliche Sperre
  • Mitglied A zwingt Mitglied B zu sexuellen Handlungen
    • Ausschluss aus dem Verein 

Dokumentation, Einschaltung von Dritten, Datenschutz

Entscheidungen des Vorstandes werden in den Protokollen der Vorstandssitzung dokumentiert. Wenn nicht anders gew√ľnscht, werden Gespr√§che, die ein Fehlverhalten behandeln, ebenfalls dokumentiert (siehe Dokumentationsvorlage).

Entscheidungen des Vereins m√ľssen unter Umst√§nden dem DQB gemeldet werden (zB Verlust der Spielberechtigung aufgrund von Vereinsausschluss).

Bei Verdacht auf selbst- oder fremdverletzendes Verhalten, (sexualisierte) Gewalt an Minderjährigen (Kindeswohlgefährdung) oder andere meldepflichtige Delikte ist in jedem Fall die Polizei oder entsprechende andere Behörden zu informieren. Ebenso behalten wir uns vor, Dritte zu informieren, falls wir unser eigenes geistiges Wohlbefinden andernfalls bedroht sehen.

Es gilt unsere √ľbliche Datenschutzverordnung. Dar√ľber hinaus wird s√§mtliche Kommunikation besonders vertraulich behandelt.

Aufarbeitung bzw. Rehabilitation

F√ľr Betroffene stellt der Verein eine Liste von externen Beratungsstellen zur Verf√ľgung. Durch einen Vorfall aufgedeckte sch√§dliche Vereinsstrukturen werden √ľberarbeitet.

Bei einer zu Unrecht beschuldigten Person wird ein Rehabilitierungsverfahren eingeleitet. Die einzelnen Schritte werden dabei mit der Person abgestimmt.

Anhang

Schutzkonzept

Handreichung Externe Beratungsstellen

Schutzkonzept von Darmstadt Athenas e.V. unter der Lizenz: CC BY-NC-SA 4.0